Die Suche geht weiter

•Dezember 4, 2009 • Kommentar schreiben

Einen vernünftigen Käfer zu finden habe ich mir einfacher vorgestellt. Vor etwa zwei Wochen haben Anais und ich die Suche gestartet. Nachdem wir ein paar Autohändler abgeklappert hatten, haben wir festgestellt, dass die Karren überteuert und/oder etliche Mängel aufweisen. Manche wurden mal schnell gespachtelt und lackiert und der Motor kurz mal mit einem Dampfstrahler gereinigt, ohne die Ölflecken vom Boden zu entfernen. Auf den Automärkten am Wochenende an den Parkplätzen stehen ein paar schöne Modelle, leider aber auch sehr teuer. Ein vernünftiges Modell aus den 90ern kostet etwa 1000 Euro, aber das Problem ist, dass diese einen Wochentag und einen Samstag pro Monat nicht auf die Straße dürfen. Ein kleiner Schritt in Richtung Umweltschutz. Als ich zum ersten Mal im Jahre 2000 die mexikanische Hauptstadt besuchte, war der Smog um einiges dichter. Damals wusste ich nicht, dass das keine Regenwolken waren;-)
Ein Modell ab 2000 kostet etwa 1500-2000 Euro, und mit entsprechender Ausstattung bis 3000 Öcken. Ebenso die Klassiker aus den 60ern und 70ern, wenn sie gut gepflegt sind. Die guten Modelle haben auch alle Papiere in Ordnung, was hier sehr wichtig ist. Ein verpasster TÜV (hier alle 6 Monate) kann gleich mal bis 100 Euro Bußgeld kosten, ebenso das Nichtbezahlen der Steuer. Dann muss man auch online prüfen, ob der Wagen nicht geklaut ist, und ob die registrierten Daten mit dem Fahrzeug übereinstimmen. Einfach Nummernschild eingeben, und los geht’s! Die preisgünstigen Modelle verlangen entweder ein ganzes Stück Arbeit im Hinblick auf Motor überholen, oder Sitzbankbezüge erneuern, oder es fehlen einfach ein paar TÜV-Gutachten bzw die Originalrechnung. Im Moment wäre es wahrscheinlich leichter, eine neue Freundin zu finden als ein vernünftiges Auto. Wer hat einen schönen Käfer im Angebot, biete temperamentvolle und attraktive Mexikanerin zum Tausch;-)

Dann schreib ich mal irgendwas…

•November 26, 2009 • 1 Kommentar

Mal sehen, was sich diese Woche so getan hat. Nichts besonderes, außer dass ich meinen Laptop mal wieder komplett neu mit Ubuntu 9.04 installiert habe, weil das neue 9.10 einfach nicht so wollte, wie ich mir das vorgestellt habe. Meine Unterrichtsstunden nehmen allmählig zu, die Suche nach meinem Käfer ist voll im Gange, und ansonsten bin ich eigentlich immer so beschäftigt, dass ich kaum zum lesen, geschweige denn zum Fernsehen komme. Ich hab, glaube ich, seit mehr als zwei Wochen keinen Film mehr gesehen. Am Wochenende werd ich ein paar Freunde zum Essen einladen, und für meinen Geburtstag hab ich noch keinen rechten Plan. Irgendwohin, wo es ein bisserl wärmer ist, da es hier auf über 2000m doch schon frisch wird nachts und wenn die Sonne nicht scheint. Cuernavaca im Süden würde sich da anbieten. Regenzeit ist gottseidank vorbei, da braucht man wenigstens nicht immer aufessen;-)

Ein neuer Plan

•November 19, 2009 • 1 Kommentar

Es hat sich nicht viel und doch einiges getan. Nach drei Wochen intensiven Nachdenkens hab ich mir einen durchaus vernünftigen Plan für meine Zukunft gemacht. Wie es dazu kam? Ganz einfach: die Bezahlung eines Sprachlehrers in Mexiko ist so bescheiden, dass ich die Angebote von bisher drei Universitäten ausschlagen werde. Mein Alternativplan, einen Kurs zum Turistenführer zu machen (ein durchaus lukratives Unternehmen, mit viel Reisen und Freiraum) hab ich in Punkto Familienplanung ausgeschlossen. Nicht, dass ich ans Heiraten und Kindermachen in nächster Zukunft denke, aber irgendwann. Aber dann mein Geld mit Herumreisen verdienen und meine Familie zuhause lassen – nein, danke! Ein anderer Plan war, nachdem ich zwei Kurse im Bereich Persönlichkeitsentwicklung besucht habe, mich zum Trainer/Leiter dieser Kurse ausbilden zu lassen. Auch sehr interessant, aber mit viel reisen verbunden, zudem eine 1-2 jährige Ausbildung. Dann hab ich mich auf das besonnen, was ich am besten kann und am liebsten mache: unterrichten. Deshalb werde ich im September ins Referendariat gehen und meine Freundin für zwei Jahre mitnehmen, um dann in Mexiko an einer deutschen Schule ordentlich Geld zu verdienen. Ich hab mir schon ein paar Privatschüler gesucht, denen ich Deutsch- und Englischunterricht gebe, und zu meinem Geburtstag werde ich mir einen Käfer kaufen. So schaut’s aus!

Wenn ich bloß schon ein Arbeitsvisum hätte…

•November 10, 2009 • Kommentar schreiben

…dann könnte ich bis jetzt bei drei Universitäten anfangen. Bei zwei auf Stundenbasis und bei einer auf der Gehaltsliste, allerdings muss ich da noch durch den Probeunterricht und den Psychpathentest. Sollte aber kein Problem sein, beim Bund haben die mich ja auch genommen. Dann kommt noch die Anerkennung meines Studiums dazu, das Einfluss auf meinen Gehaltsscheck hat. Die wollen mein Lehramtstudilum doch glatt mit einer Licenciatura gleichsetzten, mit sowas lassen die einen bei uns mit Glück ins Hauptstudium. Aber mal sehen, das ganze dauert etwa 3-6 Monate mit der Anerkennung, und das Arbeitsvisum sollte ich in einem Monat etwa haben. Dann sind erst mal Ferien ;-) Der Haarschnitt hat sich also schon mal gelohnt…

 

Ein Lebenszeichen

•November 3, 2009 • 4 Kommentare

Nachdem sich die Beschwerden über meine mangelnde Blogaktivität häufen, werde ich mal wieder aktiver diese Seite pflegen. Seit meinem Urlaub an der Golfküste hat sich einiges getan, wenn auch nichts wahnsinnig Spektakuläres. Ich hab zwei Seminare zum Thema Desarrollo Humano besucht, hab keine wirkliche Übersetzung für den Begriff gefunden, aber hat was mit Persönlichkeitsentwicklung/-entfaltung zu tun. Sehr motivierend, kann ich nur jedem empfehlen. Ich bin sogar am überlegen, ob ich nicht noch eine Art Zusatzausbildung dranhänge, weil es mich so beeindruckt hat, wie die dort mit uns gearbeitet haben. Aber erst mal abwarten, was die Unis sagen, an denen ich mich als Dozent beworben habe. Hab mich auch schon neu eingekleidet, die Haare geschnitten und den Bart recht gestutzt, damit ich auch einen guten Eindruck hinterlasse. Hier in Lateinamerika scheint mir ein Anzug noch wichtiger als bei uns zu Hause. Hier mein Bewerbungsfoto:

Wer kennt diese Person?

Ich würde mich sofort einstellen.

Der Golf von Mexiko

•Oktober 11, 2009 • Kommentar schreiben

Während meines Kurztrips an den Golf von Mexiko habe ich erfahren, wie nahe Himmel und Hölle geografisch gelegen sind. Der Himmel, im Spanischen El Cielo, ist ein Nationalpark und liegt etwa zwei Stunden mit dem Auto und 13km Aufstieg auf etwa 3000m von der Hölle entfernt. Die Hölle ist im Bundesstaat Tamaulipas, nicht wörtlich, aber im übertragenden Sinn. Ich war fünf Tage in Tampico/Ciudad Madero, beide Städte sind im Laufe der Zeit zu einer verschmolzen und haben meinen Besuch bei Freunden durch das heiße und feuchte Klima zu einer sehr anstrengenden Unternehmung gemacht. Was meine Freunde dort als warmen Empfang bezeichneten hatte weniger mit Herzlichkeit, sondern mit purer feuchter Hitze zu tun. Die Einheimischen, übrigens sehr nett, offen, gastfreundlich und alles, haben gesagt, dass es schon wieder kühler geworden ist. Ich habe die 35 Grad bei gefühlten 12000% Luftfeuchtigkeit als unerträglich empfunden, wenn ich nicht gerade mit nacktem Oberkörper vor dem Ventilator saß, oder im Auto mit Klima, oder in irgendeiner Bank, Shopping Mall oder einem Haus mit Klima mich befand. Ich war heilfroh, gestern abend im Bus Richtung Heimat (mittlerweile fühl ich mich bei meiner Freundin zu Hause) zu sitzen, und auf gut über 2000m wieder mit langer Hose und Pulli anzukommen, ohne einen Klimaschock zu bekommen wie bei der Ankunft in Tampico. Irgendwo in Mexiko muss es doch auch ein Stückchen Strand und Meer geben, das nicht turiverseucht ist wie Baja California oder so heiß, dass man es nur im Dezember/Januar ohne Hitzschlag überstehen kann. Mal sehen…

Queretaro

•September 30, 2009 • Kommentar schreiben

Es ist wieder an der Zeit, ein paar neue Ecken Mexikos zu erkunden. Deshalb hat es sich ganz gut ergeben, dass Kathi ihre Lateinamerikareise in Mexio Stadt begonnen hat und wir dann in den Nachbarstaat Queretaro gefahren sind. Die Landschaft war mit lila und gelben Blumenwiesen und riesigen grünen Feldern mit zahlreichen Kakteen übersät, wir waren immer von Bergen umgeben, denn eine gute Stunde Fahrtzeit von der wunderschönen gleichnamigen Hauptstadt beginnt die Sierra Gorda, ein Teil der Sierra Madre Oriental, der sich ebenfalls über die Staaten San Luis Potosi und Taumalipas fast bis an den Golf von Mexiko erstreckt. Wir haben einen Ausflug nach Bernal gemacht, einem kleinen Dorf am Fuße der Sierra Gorda, um den drittgrößten Monoliten der Welt nach dem Peñon de Gibraltar und dem Pan de Azucar in Brasilien zu erklimmen. Der Aufstieg auf die gut 2500m war nicht zu schwer, schließlich waren wir schon auf über 2000m in dem Dorf untergebracht. Leider waren viele Wolken dort in den Bergen, und wir konnten die Aussicht erst beim Abstieg genießen, da der obrige Teil immer noch im Wolkenmeer versunken war. Die Gegend ist bekannt für Opale und Quartzsteine, da hab ich mir gleich ein paar schöne für meine Sammlung eingepackt. Wenn ich nicht gerade mit dem Rucksack unterwegs bin, bin ich bei Anais in einem kleinen Städtchen namens Tultitlan nördlich von Mexiko Stadt, und nach ein paar weiteren Rucksackausflügen in diverse andere Ecken Mexikos wird dann wieder Arbeit gesucht, um den lieben Mexikanern auch was beizubringen.

Nachtrag zum Barthelmarkt

•September 13, 2009 • Kommentar schreiben

Wie immer floss das Bier in Massen, hier noch ein paar Fotos.

Bin übrigens schon wieder in Mexiko…

Fotos kommen demnächst, hochladen geht grad nicht. Gleiches gilt für die Berlinfotos, sorry:-)

Berlin

•September 13, 2009 • Kommentar schreiben

Nach gut 30 Jahren deutscher Staatsbürgerschaft habe ich es doch geschafft, endlich die Hauptstadt zu besuchen. Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass die ersten elf Jahre noch ein gewisses Hindernis, ja sogar ein Grenzübergang im Wege stand, und dann kam ich ja schon langsam in die Pubertät und man konnte mich mit deutscher Geschichte und Kultur jagen.
Es hätte ja beinahe wieder nicht geklappt diesen Sommer, aber kurz vor meiner endgültigen Reiseplanung kam ein email mit einer Einladung eines Couchsurferfreundes aus Berlin. Pläne umgeworfen und ab! Ich hatte nur drei Tage Zeit, aber das Wetter war optimal, um alles mit dem Rad schnell zu erkunden. Für Museumsbesuche war keine Zeit, aber eine fast fünfstündige Tour zu Fuß hab ich mir doch gegeben. Dabei wurde mal kurz der Stoff des Geschichtunterrichts der 12. und 13. Klasse aufgefrischt. Und wenn man direkt an den zeitgeschichtlichen Monumenten und Gebäuden steht, ist das Ganze gleich noch viel beeindruckender. So viel deutsche Geschichte auf einem Haufen – echt der Wahnsinn! Dazu eine Menge Parks und Grünflächen, aber auch viel Verkehr und Graffiti überall. Die Kneipen- und Clubkultur wird beim nächsten Mal unter die Lupe genommen, auch ein Besuch in dem ein oder anderen Museum darf dann auch nicht fehlen – habe ich mir sagen lassen:-)

Kaum wieder da…

•September 4, 2009 • Kommentar schreiben

…und schon wieder weg. Nach dem alljährlichen Baseballturnier in Dohren, einem Couchsurferwochenende in Nürnberg, zahlreichen Geburtstagen, Besuchen bei Freunden in Regensburg, einem Kurzurlaub ans niederländische Meer und schließlich noch dem Barthelmarkt geht es über den Umweg Berlin am Montag nach Paris am Donnerstag und dann am Samstag in meine alte/neue Wahlheimat. Insgesamt war der Kulturschock nach einer guten Woche vorbei, und mittlerweile hab ich mich auch wieder an das Leben in Bayern gewöhnt, vor allem ans Kulinarische. Die Bilanz: ca. 5kg mehr in 6 Wochen.Ich werde alle wieder vermissen, aber wenn ich ans baldige Ende der Regenzeit denke, zieht es mich doch schon sehr wieder in wärmere Gefilde auf der anderen Seite des großen Teiches.